10.04.2024

Von Paul Stepanek – Oberösterreichisches Volksblatt

Im Zentrum des Abends stand Dmitri Schostakowitschs 1. Violinkonzert op.77, das vom Solisten Sergey Khachatryan in jeder Phase sensationell interpretiert wurde. Denn einerseits hielt er die langen Melodiebögen des ersten (Nocturne) und dritten Satzes (Passacaglia, Andante) in intensiv emotionaler Spannung, andererseits verlieh er dem temperamentvoll-tänzerischen Charakter des Scherzos und der Burleske im zweiten und dem Final-Satz mitreißend virtuosen Schwung.

Das Publikum tobte förmlich vor Begeisterung, wurde aber durch die Zugabe wieder zu still reflektierender Besinnung gebracht: Der gebürtige Armenier erinnerte mit einem tief berührend dahinfließenden „Klagelied“ der Violine offenbar an die Schicksalsschläge, die sein Volk bis in die jüngste Vergangenheit immer wieder getroffen haben.